Online Passwort Generator
Ein Kennwort oder auch Passwort ist ein allgemeines Mittel zur Authentifizierung
eines Benutzers innerhalb eines Systems, der sich durch eine eindeutige Information
(das Kennwort) dem System gegenüber ausweist. Die Authentizität des Benutzers
bleibt daher nur gewahrt, wenn er das Passwort geheim hält.
Wahl von sicheren Kennwörtern
Moderne Verschlüsselungsverfahren sind technisch so weit fortgeschritten, dass
sie in der Praxis außer durch das Austesten aller möglichen Schlüssel
- der sogenannten Brute-Force-Methode - meist nur durch einen Wörterbuchangriff
geknackt werden können. Die Schwachstelle ist bei beiden Angriffen das vom
Benutzer gewählte Passwort. Damit ein Passwort nicht unsicherer ist als die
eigentliche Verschlüsselung (112 bis 128-Bit-Schlüssel bei gängigen
Verfahren), ist für dieses theoretisch eine Folge von etwa 20 zufälligen
Zeichen erforderlich. Falls das Passwort nicht aus zufälligen Zeichen besteht,
sind sogar deutlich längere Zeichenfolgen nötig, um die gleiche Sicherheit
zu erreichen.
Da die Länge der Passwörter, die zur Verschlüsselung verwendet werden
können, softwareseitig oft begrenzt ist (zum Beispiel 32 Zeichen bei AES),
sollte man immer Zeichenkombinationen wählen, die aus seltenen Wörtern
und Wortstellungen, Phantasiewörter oder fremdsprachigen Wörtern, Zahlen
und/oder Sonderzeichen bestehen. Deren Bestandteile sollten für einen gut über
die Person und ihre Interessen informierten Angreifer nicht vorhersehbar sein. Eine
Alternative ist es, einen Passwortgenerator zu benutzen und sich das Passwort entweder
gut einzuprägen oder an einem geheimen Ort zu notieren.
Ein recht sicheres Passwort könnte sein: 0aJ/4%(hGs$df"Y! (16 Zeichen).
Filmzitate, berühmte Aussprüche, Aneinanderreihungen von einfachen Wörtern,
Geburtsdaten, Mädchennamen, Haustiernamen, etc sind als Passworte zu vermeiden,
da sie mittels des Wörterbuchangriffes oder durch einen informierten Angreifer
leicht geknackt werden können.
Sicherheitsfaktoren
Die Sicherheit eines Kennwortes hängt vor allem davon ab, dass dieses geheim
bleibt. Andere Faktoren zum Schutz des Kennwortes sind z.B.:
- Wie häufig kann das Kennwort zur Authentifizierung verwendet werden. Die größte
Sicherheit ist bei einmaliger Verwendung gegeben. Jeder wiederholte Einsatz des
Kennwortes erhöht die Gefahr, bei unverschlüsseltem Transfer oder Spionage-Maßnahmen
(wie z.B. durch Keylogging oder Phishing) das Kennwort zu verraten.
- Die Übertragung des Kennwortes vom Benutzer zum System sollte sicher sein,
z.B. durch Verwendung von verschlüsselten Kanälen zur Übertragung
(siehe auch SSL). Dadurch wird es bei sicherer Implementierung und ausreichender
Stärke der Verschlüsselung für den Angreifer nahezu unmöglich,
das Kennwort in Erfahrung zu bringen, da die Rechenkapazität heutiger Rechner
bei weitem nicht ausreicht, um SSL-Verschlüsselungen zu knacken.
- Viele Kennwörter können von Angreifern leicht erraten werden. Da die meisten
Kennwörter von menschlichen Benutzern eingegeben werden (im Gegensatz zur Erzeugung
durch Zufallsgeneratoren) und vor allem leicht einprägsam sein müssen,
kommen häufig einfach zu ratende Kennwörter zum Einsatz, wie z.B. Name
der Frau, des Freundes oder Haustieres, sowie Geburtstage oder Adressen. Man kann
sein Passwort auch mithilfe von Zeichen sicherer machen, die es auf der Tastatur
nicht gibt, z.B. „®,¤,©“. Diese Zeichen werden meist
bei Brute-Force-Angriffen außer acht gelassen. Zum Eintippen verwendet man
unter Windows dann [Alt] + [0174], [Alt] + [0164] und [Alt] + [0169]. Die Ziffern
müssen bei eingeschaltetem Num-Lock auf dem Ziffernblock getippt werden.
- Bei Erzeugung durch Zufallsgeneratoren ist zu beachten, dass Computer keinen "echten"
Zufall mit maximaler Entropie generieren können. Man spricht von Pseudo-Zufallsgeneratoren.
Diese Schwachstelle kann jedoch nur in den seltensten Fällen ausgenutzt werden,
da zuerst das Muster, mit dem der Generator arbeitet, also Parameter und auch die
Saat (das sind weitere, zufällige Parameter) erschlossen werden müssen.
"Echten" Zufall kann man z.B. mit Überlagerung von Schallwellen gewinnen,
wenn man diese aufzeichnet und in digitale Form bringt.
- Die Aufbewahrung des Kennwortes auf der Seite des Authentisierers sollte auch verschlüsselt
erfolgen, die Kontrolle kann dank kryptographischer Verfahren (sogenannter Hash-Funktionen)
trotzdem problemlos erfolgen.
- Das Kennwort sollte möglichst lang sein. Das System sollte einen möglichst
großen Zeichensatz verwenden, mit dem das Kennwort gebildet wird. Die optimale
Länge und Zusammensetzung hängt von mehreren Faktoren ab:
- Welche Zeichen verwendet werden (Zahlen, Buchstaben, Sonderzeichen, geordnet nach
Komplexität, da Zahlen nur zehn Variationen von 0-9, Buchstaben hingegen 26
oder mit Groß-/Kleinschreibung sogar 52 Variationen pro Zeichen zulassen,
welche einen Brute-Force-Angriff auf das Kennwort deutlich erschweren). Sonderzeichen
bieten die größte Variationsdichte, sind allgemein aber schwerer einzuprägen.
Man sollte ein Mittelmaß zwischen Sicherheit und Einprägsamkeit finden.
- Wie schnell der Zugriff auf das Kennwort ist (z.B. Webserver-Zugriff sind generell
langsamer als direkter Dateizugriff auf den Hash des Kennwortes selbst).
- Ob das Kennwort mittels eines Wörterbuchangriffs gefunden werden kann. Dies
kann durch Kunstwörter ohne logischen Bezug, wie z.B. "Pfeifenleuchte"
oder "Vogeltastatur" verhindert werden, da Wörterbuchangriffe auf
Listen bekannter Kennwörter und Begriffe zugreifen. Allerdings könnten
komplexere Wörterbuchangriffe mit Hybrid-Funktion mehrere Wörterreihen
kombinieren und so auch Kunstwörter brechen. Doch solch ein komplexer Angriff
hängt seinerseits mit sehr vielen Parametern und Kombinationsmöglichkeiten
zusammen, so dass sein Einsatz sich nur in wenigen speziellen Fällen lohnen
würde.
- Zudem sollte das System nach einer bestimmten Zahl von fehlerhaften Eingaben keine
neuen Eingaben akzeptieren, bis eine bestimmte Zeit vergangen ist bzw. das System
manuell wieder freigeschaltet wurde.
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